• 30 Nov 2010 /  Chile, Südamerika

    Von El  Calafate nach Feuerland 22.11 – 28.11.2010

     

    Die Strecke von El Calafate zurück nach Puerto Natale schaffen wir wieder locker in einem Tag. Leider treffen wir das Gouverneurpaar nicht in der Pizzeria. Sie sind mit anderen Schweizern auf einer Kajaktour im Park. Lieber sie als wir, da das Wetter extrem grantig ist. Viel Wind und Schnee bis runter ans Meer. Wääk!

    Wir rollen weiter südlich nach Punta Arenas und… HURRAAA!!! Die Freude ist gross, hier finden wir unser Gas. Der Tankwart kann sich nur wundern über uns, hat er doch keine Ahnung, warum wir einen Freudentanz um unseren Hidalgo machen. Vollgepumpt erreichen wir Stunden später den südlichsten Punkt Kontinentalamerikas an der Magellanstrasse.

       

    Bei Fuerte Bulnes finden wir nach einer kurzen aber kriminellen Offroadstrecke ein windgeschütztes Traumplätzli und Franziska kocht, wie wenn sie noch nie so viel Gas gehabt hätte. Rahmschnitzel, Müscheli, Gemüse und Salat. Herrlich.

       

    Doch der patagonische Windgott Viento Brutalo meint: nicht zu viel Herrlichkeit mit den Schweizern, und zeigt uns, was er alles so drauf hat. Bis anhin haben wir gedacht, hier windet es doch sehr viel und sehr stark. Das war aber zu heute bloss Kinderkram. Zwei Beispiele: 1. Wir fahren mit 40 km/h auf gerader Strasse mit Seitenwind und dabei hebt es Hidalgo seitlich aus den Federn. Felix hat grosse Angst zu kippen. 2. Rückenwind: gerade Strasse, Handbremse lösen, Gang raus und Hidalgo fährt ohne Motor in kurzer Zeit mit 25 km/h durch die Pampa. 4 Tonnen werden da zu einem Spielzeug.

      

    Sogar die winderprobte Fähre nach Feuerland muss ihren Betrieb einstellen, da sie sonst aufs offene Meer gespült würde. So schlafen wir im Windschatten einer Baracke und warten ab.

      

    Tierra del Fuego. Eines unserer grossen Ziele haben wir erreicht. Auf einer schrecklichen Schotterpiste (wie Kopfsteinpflaster bei dem jeder 2. Stein fehlt), der Hauptstrasse durch den chilenischen Teil des Feuerlands  biegen wir nach längerer Diskussion links ab Richtung Nordosten an den äussersten Punkt der Magellanstrasse, eine 60 km lange Sackgasse im Nichts. Immer wieder müssen wir abwägen, welche Widrigkeiten wir uns und vor allem Hidalgo zumuten wollen. Jedoch genau hier finden wir oft genau das, was eine solche Reise speziell macht: ein grossartiges Erlebnis.  Am Punta Catalina kehren wir aber endtäuscht um, da es hier ausser einer Ölförderanlage nichts gibt.

      

    Um auf dieser Piste zurück zu fahren und einen schönen (windstillen) Nachtplatz zu suchen, ist es bereits zu spät. So fragen wir beim einzigen Haus im Umkreis von 50 km, der Estancia Shangri La und werden herzlich eingeladen.

      

    Das nächste grosse Erlebnis beginnt. Zuerst erfahren wir, dass der Wind mit über 180 km/h geblasen hat und bläst. Von Sabina und Alejandro, den Besitzern von 100 Rindern, 7000 Schafen, 8 Pferden, 14 Hunden, 100 Gänsen, einem grossen Haus in Santiago und einer Advokadoplantage im Norden Chiles werden wir empfangen, wie wenn wir schon seit je zu ihrer Familie gehören würden. 

    3 Tage sind wir mitten in ihrem Alltag. Einen davon fahren wir durch das 10`000 Hektaren grosse Farmgebiet, suchen und buddeln nach Wasser, reparieren Zäune, schleppen und flicken schrottreife Autos, jagen das Abendessen für morgen und geben dazwischen Aufträge an seine Mannschaft. 90% rumpeln wir offroad mit Alex Mazda durch das hüglige Grasland und bleiben auch einmal im Sumpf stecken. Wir erfahren dabei alles über das Führen einer Schaffarm in diesen Breitengraden.  Auch sonst lernen wir sehr viel über Chile und seine Geschichte, war Alex doch 30 Jahre lang bei der chilenischen Air Force und rechte Hand einer der 4 Juntageneräle vor und während Pinochets Regime.

      

    Bei den gemeinsamen, in verschiedenen Zusammensetzungen zubereiteten Mahlzeiten mit anschliessendem Rezeptaustausch (Felix kocht ein wunderbares Ragout aus dem frisch erlegten ……..…, Franziska einen Kartoffelstock, Sabina Lammkoteletts und schwarze Ente), diskutieren wir ausgiebig bis spät in die Nacht in einem irrwitzigen Spanisch-Englisch-Gemisch.

      

    Am Sonntag 28. November (ist das nicht der 1. Advent?) überqueren wir schon wieder die Grenze nach Argentinien. Und wieder bekommen wir vier neue Stempel in den Pass und schon wieder darf kein Gemüse, Fleisch und Früchte eingeführt werden. Hier leben alle auf der gleichen kleinen Insel. Machen die das nur um sich gegenseitig zu pisacken? Wir finden: Die spinnen, die Argentchilenen.

      

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  • 21 Nov 2010 /  Argentinien, Südamerika

    Nationalpark Los Glaciares, 14.11. – 22.11.2010

     

    Also wieder von Chile über die Grenze und 300 km nördlich über die Ruta 40 nach El Calafate, die Touristenstadt am Rande vom NP Los Glaciares. Dieser Park ist bekannt wegen dem Bergmassiv Fitz Roy mit seinen spektakulären Granittürmen und vor allem dem Gletscher Perito Moreno. Dies ist der einzige Gletscher, der noch wächst. In einem Tag fliesst er mit einer Geschwindigkeit von 1 – 2 m direkt in den Lago Argentino. Dort kalbert er dann minütlich zum Teil riesige Eistürme und Platten in den See. Noch vor wenigen Jahren konnte man direkt auf dem Parkplatz oberhalb der Gletscherzunge übernachten. Heute ist der Touristenaufmarsch derart gross, dass alles umorganisiert wurde, um die Menschenströme in Schach zu halten. El Calafate hatte vor 15 Jahren 3100 Einwohner. Bis heute hat sich diese Zahl versiebenfacht.

       

    Nach einem freundlichen Gespräch mit einem Parkranger dürfen wir trotzdem zuhinterst übernachten und können zwei volle Tage das Eisschauspiel beobachten. Ständig knirscht, knackt und knallt es im Eis, bis wieder ein hausgrosses Stück abbricht und mit solcher Wucht in den See donnert, dass das Wasser bis über die Gletscherkante hochpeitscht. Und das sind lockere 60 m.

      

    Wir müssen sämtliche warmen Kleider und unsere Windhosen anziehen, um möglichst lange dem patagonischen Eiswind zu trotzen. Untereinander schliessen wir Wetten ab, welche Eiswand als nächste abbricht und entwickeln bald einmal ein gutes Gespür dafür. So nahe wie früher erlaubt war, dürfen wir nicht mehr an die Eiswand. Zu Recht! Zwischen 1968 und 1988 sind 32 Menschen ertrunken und erschlagen worden, als sich Flutwellen, die durch herab stürzende Eismassen entstehen, über die Aussichtsplattformen pflügten. Auch so haben wir das Gefühl, mitten in der Wand zu stehen und geniessen die Lichtwechsel, die Wildheit der Bruchzone, die leuchtenden Farben, die Geräusche und einfach alles. Ausser….!

       

    Auch hier ist der Eintrittspreis happig, und im Januar wird er sogar von 75 auf 100 Peso angehoben. Das sind dann Fr. 25.-. Es lohnt sich aber, da Action pur angesagt ist.

      

    Wir bleiben noch ein paar Tage in dieser Region, und finden am Lago Roca einen hübschen Platz mit Blick auf Gletscher und Gebirge. Direkt neben uns nistet sogar noch ein Uhupaar, das sich nicht einmal von unseren Grilldünsten stören lässt. Felix organisiert sich wieder einmal eine Fischerlizenz für 6 Mt., die in halb Argentinien gültig ist. Jetzt müssen die Salme und Forellen nur noch beissen. Auch Hidalgo braucht ein wenig Zeit. Er bekommt seinen 1. südamerikanischen Ölwechsel und die nächste Räderrotation.

    Den Fitz Roy werden wir später auf unserem Weg nach Norden besuchen. So müssen wir nicht noch einmal zusätzliche 480 km fahren und hoffen, dass dann auch das Wetter besser ist, da es zur Zeit nach Kachelmann aus grauen Blumenkohlwolken graupelschauert und zeitweise sogar schneit.

       

    Morgens um 03.00 Uhr muss Felix aufs Dach, um die Sonnenpanels frei zu schaufeln, denn sollte die 10 cm dicke Nassschneeschicht einfrieren, haben wir am Morgen keinen Strom für den Start unserer Heizung. Die haben wir hier hinten aber bitter nötig, denn es ist saukalt.

      

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  • 18 Nov 2010 /  Chile, Südamerika

    Puerto Natales und Umgebung, 4.11. – 14.11.2010

     

    Puerto Natales: Warum wir etwas anderes erwartet haben, wissen wir nicht, aber es ist jetzt so, wie es ist. Erwartet haben wir ein schmuckes, kleines Bergdorf, eingebettet in liebliche Hügel direkt am Meer. Gefunden haben wir eher so eine Mischung aus Goldgräberstadt und Fischerdorf mit zum Teil ziemlich heruntergekommenen Holzhäusern.

      

    Hier herrscht eine Durchschnittstemperatur von 5° und wir wundern uns, warum niemand eine Isolation, Doppelverglasung oder eine richtige Heizung hat. Die Menschen, die hier leben, gehen offensichtlich besser mit der Kälte um als wir Zwei Schweizer. Am Tag wenn es mal windstill und sonnig ist, und das ist höchstens so 10 Tage im Jahr der Fall, kann durchaus schon T‘Shirt Wetter sein. In der Nacht und am Morgen herrschen dafür meistens Temperaturen um den Gefrierpunkt. Brrrrr. Die Backpackers, die wir später im Park kennen lernen, fluchen auf jeden Fall gewaltig über vereiste Zeltinnenwände.

      

    Nach einem schnellen Kaffe bei Sandra, wir haben sie am Morgen um 09.00 Uhr richtig gehend überfallen, machen wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz. Aus einem anderen Reiseblog haben wir die Koordinaten eines 3* Campings. Das GPS findet diese Stelle in kurzer Zeit am Rande der Stadt im Nichts. Hier ist kein Camping und es war auch noch nie einer hier. Also kein Verlass auf solche Infos. Endlich finden wir mitten in der Stadt im Hinterhof einer Familie einen Platz. Wo normalerweise nur Zelte von Backpackers stehen, dürfen wir uns für nicht wenig Geld niederlassen. Dafür können wir wieder einmal sehr heiss duschen und im gleichen Aufwasch noch viel schmutzige Wäsche erledigen. Am Abend treffen wir Max und Sandra in der Pizzeria und werden köstlich und mit viel Zeit verwöhnt. Wir haben einen tollen Abend und bekommen ebenso viele gute Tipps.

       

    Obwohl der Nationalpark Torres del Paine 30.- Fr pro Person kostet, sollen wir ihn unbedingt besuchen, rät uns der Gouverneur Max. Eigentlich wollten wir diesen Park meiden, stellen wir uns doch immer vor, wir würden in der CH so viel Geld verlangen, „nur“ um den Säntis zu betrachten. Nun denn, wir decken uns für 1 Woche mit Lebensmitteln ein und fahren los. Gott sei Dank haben wir so entschieden. Der Park ist einfach eine Wucht! Ein kleines Gebirge, mit bizarren Felsnadeln, das mit den Anden nichts zu tun hat, umgeben von tiefblauen Seen und gleissenden Gletschern, die darin münden. Dazwischen sanfte Hügel mit blühendem Gestrüpp und allerlei Getier.

       

    Von den Gletscherseen, übrigens alle mit feinstem Trinkwasser, die bloss ca. 200 m über Meer liegen, ragt der Berg Cumbre Prinzipal fast senkrecht bis auf 3050 m. Das gesamte Massiv kann man in 5-6 Tagesetappen umwandern und wir  haben das auch so geplant, aber Franziska hat seit ein paar Wochen Probleme mit ihrem linken Knie. So wäre es töricht, ja sogar gefährlich, es doch zu versuchen. Eine Rega gibt es hier unten nicht.

       

    Am 2. Tag stossen noch die andere Sandra und Andreas mit ihrem Mazda zu uns. Wir haben sie bei den Walen in Argentinien kennen gelernt und sie sind in der Zwischenzeit schon in Ushuaia gewesen. In 4 Wochen geht ihre 3 monatige Reise bereits zu Ende, trotzdem verbringen wir noch 3 herrliche Tage zusammen. Felix und Andreas unternehmen am 2. Tag eine grosse Bergtour zu den 3 Torres, die für Klettercracks das Nonplusultra sind. Für uns sind die Anforderungen mit einem 6+ – 10 doch um einiges zu hoch und so beschränken wir uns mit dem Blick von unten auf die Felsnadeln.

       

    Überall im Nationalpark dürfen wir gratis stehen und das an Bilderbuchplätzen. Einen können wir jedoch nicht anfahren, da die Brücke dahin 2 mm zu schmal ist. Dafür haben wir Wetterglück. Ausser dem zeitweise mehr als heftigen Wind, geniessen wir jeden Tag die Sonne.

       

    Am 2-letzten Tag stehen wir mit den Berner Seeländern zuhinterst im Park, der so gross ist wie der Kt. Zürich, völlig alleine am Lago Azul. Sie verabschieden sich am nächsten Morgen Richtung Norden und wir unternehmen noch eine schöne Bergtour Richtung Argentinien. Mist, wir sind zu Fuss nur noch ca. 3 Stunden vom Gletscher Perito Moreno entfernt, aber dürfen nicht so zu Fuss über die Grenze nach Argentinien und wollen das natürlich auch nicht ohne Hidalgo. So müssen wir auf der Strasse einen Umweg von ca. 350 km fahren. Wir haben Zeit. Zuvor gehen wir aber wieder zurück nach Puerto Natales

       

    Bei einem Freund von Max, einem richtigen Gaucho, dürfen wir hinter der Pferdekoppel beim Gauchoclubhaus ein paar Tage stehen. So können wir für die nächsten Etappen alles wieder in Schuss bringen. Im Clubhaus kann Franziska sogar im alten Holzofen wieder einmal Brot backen und Felix macht einen 90° Sud mit der Wäsche. Da wir immer noch nicht sicher sind, ob wir im Süden wieder unser Gas finden, gehen wir damit sehr haushälterisch um.

       

    Am Sonntag 13. Nov. werden wir noch von der Firstlady Sandra zum Frühstück eingeladen. Sie hat Freunde aus der CH zu Besuch und wir freuen uns auf gute Gespräche. Mit einem frischen Butterzopf bewaffnet, treffen wir um 10.00 Uhr bei ihnen ein. Zuvor haben wir den Wassertank bei einer Tankstelle gefüllt, da es nach dem Zmorge weiter geht zum Perito Moreno Gletscher. Den wollen wir sehen, bevor im Dezember die Ferienzeit beginnt und es uns zu viele Menschen hat. Erst danach folgen wir wieder dem Stern des Südens nach Ushuaia.

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  • 04 Nov 2010 /  Argentinien, Südamerika

    Von Puetro Madryn bis Puerto Natale (Chile) 28. 10 – 4. 11. 10

     

    Heute Nacht ist das Mami von Felix nach langem Leiden, friedlich und für immer eingeschlafen. Sie ist nun dort, wo sie schon lange, lange sein möchte, bei ihrem geliebten Mann, meinem Papi. Unsere Familie hat schon längere Zeit damit gerechnet. Sehr bewusst haben wir von Mami noch in der Schweiz Abschied genommen. Es ist gut so.

    Wir bleiben auf der Ruta 3 Richtung Süden. Unterwegs picken wir uns jeweils die Sehenswürdigkeiten heraus, von denen wir annehmen, mehr oder weniger alleine zu sein. Ausser bei dem Pinguinspot am Punta Tombo schaffen wir das bis zur Grenze nach Chile. Hier auf Tombo werden wir auf abgesperrten Wegen durch 100000e, brütende, putzige aber etwas langweilige Magellan-Pinguine geführt. Langweilig wohl deshalb, da die Action bei den Seeelefanten nicht zu übertreffen ist. 

        

    In Comodoro Rivadavia treffen wir auf Denis und Stefan, die St. Galler und verbringen auf dem Camping La Illusion einen gemütlichen Abend. Eine Illusion war dieser Camping schon einmal vor langer Zeit. Nichts geht, kein Strom, kein Wasser, ein riesiges Puff, doch nach kurzem gemeinsamem Einsatz mit dem Besitzer sind wir mit dem Preis von 10 Peso = CHF 2.50 pro Team total zufrieden.

      

    Obwohl wir uns am Morgen von einander verabschiedet haben, stehen wir Stunden später schon wieder zusammen an der nächsten Ecke, dem Nationalpark mit den versteinerten Bäumen. Über 50 km Buckelpiste nach rechts, die sich lohnen. Wir sind wieder die einzigen, die dieses Naturschauspiel bewundern. Hier stand ein Wald mit bis zu 100 m hohen Bäumen. Ein Vulkanausbruch, der den Wald unter Asche begrub, viel Druck, Wasser und Mineralstoffe haben diese Bäume mit der Zeit versteinert. Dies geschah vor 150 Mill. Jahren, das heisst: 75 Mill. Jahre bevor sich die Anden aufgefaltet haben.

      

    Der Vulkan Madre y Hija steht gut sichtbar im Hintergrund und überragt die gesamte Landschafft. Die Gegend ist wunderschön, so richtig Jurastico. Wir übernachten gleich auf halber Wegstrecke zur Ruta 3. St. Gallen hat grosse Wäsche, Franziska liest und Felix geht auf die Pirsch. Als er weit weg in einem kleinen Canyon mehrere Tierskelette findet und auch die Szenerie total passt, glaubt er dem Touriprospekt, dass hier Pumaland ist. Gut hat er wie immer seinen Stecken dabei.

      

    In Puerto San Julián gibt es endlich wieder einmal selber gefundenes Essen. Moules marinières vom feinsten und gleich kübelweise. Auch sonst essen wir immer hervorragend. Franziska zaubert in unserer Küche täglich die köstlichsten Menus auf den Tisch. Oft wird auch grilliert, mit einer Beilage wie Pommes und viel grünem Salat. Franziska pflückt auch wilden Ruccola und macht Pesto oder mischt ihn zum Salat. Vom argentinischen Fleisch sind wir gar nicht so überzeugt, wie wir gehofft haben. Manches Stück war ganz schön zäh.

    Leider funktioniert Hiddys hintere Diffsperre immer noch nicht, es liegt am elektrischen nach Aussage von Toyota Argentin und zusätzlich hat die Frontscheibe schon ihr nächstes Steinschlagloch. Toll!

      

    Kurz vor Río Gallegos übernachten wir noch im Nationalpark Monte León. Wieder Pingus, Seelöwen, ein Kolonie mit abertausenden Imperial-Kormoranen, Guanakos, Hasen und Füchse und eine überwältigende Natur, mit  wilden Schluchten, die im Meer münden. Auch hier ist der Puma zuhause. Leider sehen wir ihn nicht.

      

    Zeitsprung: Juli 2008.

    Wir machen eine 3 tägige Bergtour im Berner Oberland. Am 1. Abend bei Nieselregen treffen wir in der Wildhornhütte ein. Dort sitzt ein junges Paar alleine in der Beiz und begrüsst uns freundlich. Es sind die Schweizerin Sandra und der Chilene Max. Bei guten Gesprächen erfahren wir, dass die beiden in Chile, Puerto Natales eine Pizzeria führen und hier nun auf Hochzeitsreise sind. Max ist Bergführer und natürlich begeistert von den Alpen. Wir erzählen von unseren Plänen, in ca. 2 – 3 Jahren in Chile zu sein. So notieren wir ihre E-Mail auf unsere 25`000er-Karte. Vor ein paar Wochen meldeten wir uns erstmals bei ihnen. Wir werden herzlich eingeladen.

    Sandra ist zwischenzeitlich Doppelmami und Max Gobernador der Provinz Puerto Natales geworden. Ein Gebiet grösser als die Schweiz, jedoch mit nur 20`000 Einwohnern. Die besuchen wir nun. Am 3. November, in Rio Turbio, 100 m vor der chilenischen Grenze entfernt, essen wir aber zuerst noch unseren Kühlschrank leer, da nichts eingeführt werden darf und fahren am nächsten Morgen in Chile ein. Wir freuen uns sehr, das wird sicher interessant.

      

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