• 28 Jun 2011 /  Bolivien, Südamerika

    Rurrenabaque  13.5. – 30.6.2011

    Offensichtlich haben wir eine sehr gute Wahl getroffen mit unserem Standort. Hidalgo steht auf einem Hügel im Schatten eines Baumes mit Aussicht auf den tropischen Dschungel. Wasseranschluss und Steckdose in nächster Nähe. Einen Grill und eine Aussenkochstelle haben wir schnell gebaut und Brennholz steht bergeweise zur Verfügung.

      

    Mit Jürg Freundschaft zu schliessen, fällt uns auf Anhieb leicht und so kommt er auf eine geniale Idee: Er kauft extra für uns eine 250er Crossmaschine und vermietet sie uns für nur 200 US$ pro Monat. Jetzt können wir unabhängig ins Dorf zum Einkaufen und Internet fahren und kleine Touren unternehmen.

      

    Dann haben wir durch ihn endlich einen Metalldreher gefunden. Er verpasst unserem Gasadapter ein Innengewinde und fabriziert den notwendigen Anschluss dazu. Mit einem 3 m langen Schlauch und dem länderspezifischen Flaschenventil sind ab sofort unsere Gasprobleme für immer gelöst. Jetzt können wir auf der ganzen Welt irgendeine Gasflasche kaufen oder ausleihen und sie vom Kabinendach in unseren Tank überströmen lassen. Genial!

      

    An die feuchtheissen Temperaturen gewöhnen wir uns schnell und so planen wir die anstehenden Dschungelexpeditionen.

    Als erstes wollen wir den Berg gleich hinter uns in Angriff nehmen. Mit Machete und Seil ausgerüstet schlagen wir uns auf einem zugewucherten Trampelpfad 400 Höhenmeter hinauf zur Krete, um auf die andere Seite ins Benital zu sehen. Begleitet werden wir von „unseren“ Jagdhunden Max und Moritz. Sie lassen sich auch von steilsten Felswänden nicht aufhalten. Wir wollen ein Faultier aufspüren, finden aber immer nur Feuerameisen, die uns ganz schön zu Leibe rücken. Ihre Bisse schmerzen tagelang und lassen ein kleines Stück unseres Fleisches verfaulen. Igitt!

      

    Dann buchen wir eine Tour in die Feuchtsavanne. Das heisst, wir schippern von Santa Rosa den Rio Yacuma hinauf, ein Mündungsfluss des Rio Mamoré. Nach 150 km staubiger Rumpelpiste heisst es umsteigen in unser motorisiertes Einbaumboot. Unterwegs haben wir schon die ersten Kaimane (Unterfamilie der Alligatoren) und viele Vögel gesehen. Je weiter wir dem Fluss stromaufwärts folgen, desto mehr Getier kommt zum Vorschein. Cocodrillos, Wasserschildkröten, Eisvögel, verschiedene Kormorane und Fischreiher, Capivaras und vieles mehr. Und… wir sehen unseren schon lange ersehnten ersten, rosa Flussdelfin. Hammer! Die spätere Suche nach Anakondas bleibt erfolglos, umso besser ist aber die Anzahl gefangener Piranhas. 30 Stück haben wir am Schluss und die schmecken uns frittiert zum Abendessen sehr, wie Eglifiletchnusperli, mmhh.

      

    Zum Abschluss dieses grossartigen Tages mit vielen Tieren nehmen wir zwischen Kaimanen, Süsswasserstachelrochen und Piranhas ein kühlendes Bad inmitten einer Gruppe Delfine. Das ist schon sehr speziell bei einer Sicht von wenigen cm mit dem Wissen von all diesen Tieren. Felix hat sogar einen Kontakt mit einem Delfin. Er hofft wenigstens, dass es einer war und kein Alligator. Nicht vergessen dürfen wir die vielen Kapuziner- und Brüllaffen im Dickicht und hoch oben im Geäst eines Baumriesen sehen wir sogar einen Jabiru, mit seiner Grösse von 1.20 m und einer Flügelspannweite von 2.60 m der grösste Storch Südamerikas.

      

    Mitten in der Nacht überrascht uns ein Sur. Das ist ein starker, kalter Südwind aus Argentinien mit extrem starkem Regen. Frierend und völlig verdreckt kommen wir nach 3 Tagen wieder in Rurrenabaque an.

    Unsere Freunde Olivia und Lolo, die immer noch in La Paz in der Garage wohnen und auf ihre Getriebeteile warten, haben die Nase voll von der Stadt und besuchen uns mit dem Flieger für 10 Tage. Freude herrscht und wir staunen, dass sie so für die Strecke, die uns nervenaufreibende 24 Std. gekostet hat, nur 40 Min. brauchen.

       

    Zusammen beschliessen wir, diesmal südwärts in den richtigen Dschungel zu gehen, in den Nationalpark Madidi. Er umfasst einen riesigen Lebensraum für wilde Tiere vom tropischen Regenwald bis zu den Gletschern der Anden und beherbergt die grösste Artenvielfalt aller Schutzgebiete der Welt. Forscher haben hier mehr als 1000 Vogelarten und mehr geschützte Arten als sonst auf der Welt gesichtet. Über 100 km weit fliegt unser 65 PS- Einbaum den Beni und Río Tuichi hinauf in die absolute Wildnis. Unser Führer Pedro, im Dschungel geboren und Kenner von Flora und Fauna zeigt uns voller Stolz sein Reich. Das Camp mitten im Regenwald empfängt uns überhaupt nicht südamerikanisch. Es ist neu, sauber und alles ist durchdacht und funktioniert. Das Essen ist wie übrigens überall in Bolivien einfach nur hervorragend. Zu fünft unternehmen wir lange Trecking durch den Dschungel, immer auf der Suche nach Tieren und besonderen Pflanzen.

      

    Tiere hat es massenhaft, wir sehen tausende von Spuren. Darunter auch viele Abdrücke von Jaguaren und Tapiren, aber zu Gesicht bekommen wir nur Wildschweine in grosser Zahl. Das Gebiet hier ist so riesig und wir sind so laut und stinken schon von weitem nach Mensch, dass die Viecher alle Zeit der Welt haben sich zu verschlaufen. Aras und Tukane sehen und hören wir jede Menge, jedoch immer in den Baumwipfeln, zu weit weg um gute Fotos zu schiessen.

      

    Beim Abendessen Angeln haben wir wie schon öfters mehr Glück, viel mehr sogar. In jeder der vielen Palmsprösslinge am Flussufer haust eine kleine Made. Mit diesen fangen wir in einem kleinen Nebenfluss 10 cm kleine Sardinen, welche an 10 cm grosse Angelhaken an einem 3 mm starken Silch aufgespiesst werden. Kurz darauf stehen wir alle am Ufer des reissenden Tuichi und werfen diese Köder aus. Binnen Minuten fängt Franziska einen 8 kg schweren Gigant-Piranha, Olivia einen Stachelrochen und Felix zuerst einen sehr schmackhaften Yatorona und zum Abschluss einen über 40 kg schweren Wels. Rochen und Wels werden wieder frei gelassen, da wir so viel Fisch nicht essen können und im Camp  es auch keinen Kühlschrank gibt.

      

    Die Köchin brutzelt unsere Fische auf traditionelle Weise in Bananenblättern und einer Bambusröhre über dem Feuer und serviert sie mit Maniok, Reis und diversem Gemüse. Vor dem Essen stolpern wir noch beinahe über die zweitgiftigste Schlange Amazoniens und eine grüne Baumcobra, sowie diverse behaarte und andere Spinnen kommen zu Besuch.

      

    Wir lernen auf anschauliche Weise, dass der Dschungel nicht wirklich menschenfreundlich ist, jedoch bei richtigem Verhalten relativ ungefährlich wird. Gestochen, gefressen und ausgesaugt werden wir nur von den Myriaden von Sandfliegen. Die Beine unsere Frauen sehen aus wie geschwollene mit blutigen Punkten übersäte Klumpfüsse.

    Auch lernen wir, wie man das tödliche Pfeilgift Curare aus der Rinde desselben Baumes fördert oder warum der Knoblauchbaum seinen Namen bekam. Oder ein anderer riesiger Baum, bei dem man das Gefühl hat, er sei innen hohl. Schlägt man mit einem Knüppel an den Stamm, hört sich das an wie eine Trommel, daher sein Name: Trommlerbaum. Oder wie löschen die Indigenen und heute wir  im Dschungel ihren Durst? Man suche sich die überall herumhängende Liane Uña del Gato (Kralle der Katze), schlägt davon mit der Machete ein armlanges Stück ab und hat sofort  bestes Trinkwasser, manchmal sogar genug für eine kleine Dusche.

      

    Schlafen ist hier auch etwas ganz Besonderes. Es quakt, zirpt, brüllt, trillert und kreischt nur so um uns herum. Die ganze Luft scheint mit den verschiedensten Tönen richtig aufgeladen zu sein.

    Begeistert kommen wir auch hier nach 3 Tagen wieder in die Zivilisation zurück und lecken unsere Wunden. Sie waren es uns mehr als Wert.

      

    Die Zeit vergeht wie im Fluge. Olivia und Lolo fliegen zurück nach La Paz, ihr VW-Büssli soll wieder fit sein. Wir müssen das undichte Küchenfenster ausbauen und neu verleimen, ausserdem verfugen wir alle anderen Fenster neu und Felix malt an die Wände von Jürgs neuen Bungalows Fantasieblumen. Sehr grossen Spass macht es uns, wie wir im Dorf Fuss fassen. Wir wissen genau wo, was und wie man am besten einkauft, die Anrede hat sich von Gringo auf Amigo geändert, und wir werden überall freundlich gegrüsst und auf einen Schwatz eingeladen.

      

    Jedoch genau hier scheitert es leider immer noch. Unsere Spanischkenntnisse hinken unserer Anwesenheitszeit in Lateinamerika noch deutlich hinterher. Hallooo, wer kann abends um 20.00 Uhr bei 30 ° und 80% Luftfeuchtigkeit Spanisch lernen. Aber wir wollen uns verbessern und motivieren uns gegenseitig zum Büffeln.

    Und dann wollen wir eigentlich gemütlich Kuchen backen für das Fest San Juan mit Jürg und seinen Freunden und Angestellten und danach langsam unsere Zelte in Rurrenabaque abbrechen, aber:

    Aus der Kabine tropft Wasser!!!! In einer Sitzbank steht das Wasser und alles ist tropfnass! Nach einer genauen Kontrolle des gesamten Wassersystems steht fest, dass nur der Boiler der Übeltäter sein kann. Nach einem kurzen Telefon mit Tartaruga wird der Boiler ausgebaut, da vermutlich sein O-Ring undicht ist. Das bedeutet: stundenlange Arbeit mit der Demontage unseres Wassersystems und in Kauf nehmen von Schäden an Kabinenwand und Möbelbau. Zuerst wird alles fotografiert und einiges gezeichnet, damit wir irgendwann alles wieder richtig einbauen können.

      

    Tatsächlich hat der O-Ring eine Furche. Wir können ihn austauschen und installieren am nächsten Tag alles wieder. Abends beim Test sind wir total frustriert: es rinnt immer noch Wasser aus dem Boiler! Am folgenden Morgen also alles nochmals von vorn! Diesmal wird der Boiler ganz ausgepackt und alle Schweissnähte mit Druck überprüft. Und wirklich ist eine defekt! Wir suchen uns im Dorf einen Schweisser und müssen uns anhören, dass die ganze Naht brüchig sei und wohl nicht lange halten wird. Super, und das soll deutsche Qualitätsarbeit sein! Nach der 2. Installation bleibt Hidalgo jedenfalls trocken und wir hoffen, dass das so bleibt.

    Jetzt sind wir innen trocken, dafür wird es draussen umso nässer. Ein neuer, intensiver Viento Sur setzt alles unter Wasser und will nicht aufhören. Am 28. Juni wollen wir endgütlich hier abfahren, doch die nächste grosse Regenfront ist bereits angesagt. Da die Strecke nach Trinidad bei Trockenheit schon sehr happig ist, und uns gesagt wird, bei Regen komme man nur mit einer Seilwinde durch, warten wir nun auch diese Front noch ab. Wir müssen das Land ja erst am 24. Juli verlassen haben. Tranquilo!

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  • 02 Jun 2011 /  Bolivien, Südamerika

    Sucre, La Paz und dann Dschungel, 28.4. – 13.5.2011

    Wir verlassen die Wüste Richtung Nordosten und kommen, da zwischenzeitlich die Strasse zu 70% asphaltiert wurde, schon bald in der Minenstadt Potosí an. Uns erscheint es nicht besonders erstrebenswert, die einst reichste Stadt des Kontinents und heute noch höchste Stadt der Welt zu besichtigen. Sie liegt auf 4070m am Fuss des Cerro Rico. Diesem „reichen Hügel“ verdankt sie ihre Gründung im Jahre 1545, denn damals entdeckten die Spanier seine ergiebigen Silberadern, die heute aber praktisch ausgebeutet sind. Wir tanken bloss und fahren weiter nach Sucre, das der Verfassung nach die Hauptstadt und gleichzeitig schönste Stadt Boliviens ist.

       

    Uns gefällt sie auf Anhieb und wir finden im Hotel Austria auch einen gemütlichen und ruhigen Innenhof um zu campen. Mehrmals durchqueren wir zu Fuss diese echt reizende Stadt mit ihren zahlreichen, restaurierten Kolonialbauten, farbigen Märkten und weiss gestrichenen Kirchen. Auch buchen wir hier eine Touritour ins 63 km entfernte Dorf Tarabuco, wo jeweils sonntags die Tarabuqueños Markt halten. Ihre Tracht gehört zu den eigentümlichsten des Landes. Zum roten Poncho werden Lederhelme und Holzschuhe getragen.

       

    Ein Fotosujet jagt das Andere. Möchten wir jedoch ein „offizielles Foto“ schiessen, müssten wir tief in die Tasche greifen. Die Einheimischen wissen hier genau, wie mit Touristen umzugehen ist.

       

    Am 2. Mai verlassen wir diese schöne Berglandschaft und erreichen 2 Tage später auf guter Strasse die grösste und verrückteste Stadt Boliviens, La Paz.

    Unterwegs, in einem kleinen Dorf mit 15 Hütten, werden wir herzlich eingeladen einem Fest zu Ehren des Dorfheiligen San Sebastian mit viel Bier und Cocablättern beizuwohnen. Da die meisten Dorfbewohner selber zu Akteuren geworden sind, gibt es ausser uns kaum Zuschauer. Uns fällt hier zum wiederholten Mal auf, dass Bolivianer anders sind als die Argentinier oder Chilenen. Sie sind spontan, offen, gastfreundlich, liebenswert und interessiert.

       

    Wir wären gerne die schlechte Piste über Santa Cruz und Cochabamba gefahren, jedoch haben wir uns das mit den 3 abgebrochenen Kühlerflügeln nicht getraut. Aus diesem Grund steuern wir auch zuerst in La Paz die unter Overländern bestens bekannte Garage von Ernesto Hug an. Er soll Hidalgo wieder auf Vordermann bringen.

    Kurz vor der Stadt verpassen wir die richtige Ausfahrt und geraten so direkt nach El Alto, der riesigen Agglomeration von La Paz. Wir haben zwar die GPS-Koordinaten aber keine Karte oder Wegführung auf dem Navi zur Garage. So kämpfen wir uns der Luftlinie nach quer durch Gassen und Gässchen, Märkte und steilste Strassen und fahren ohne uns zu verirren direkt bei Ernesto vor.

    Die Stadt selbst ist in einem Talkessel eingepfercht zwischen riesigen Gebirgen und vom untersten bis zum obersten Viertel liegen ganze 1400 Höhenmeter. Unglaublich!

       

    Für die Reparaturen werden wir uns noch 6 Tage lang vertröstet, da die Garage Hug völlig ausgebucht ist. So beziehen wir 500 Höhenmeter weiter unten im Stadtteil Mallasa im Hotel Oberland Quartier. Wir werden von Walter Schmid, einem Schweizer und seit 14 Jahren Besitzer des Oberlands herzlich begrüsst und treffen hier jede Menge Gleichgesinnte. Vor dem Hotel gibt es Platz für ca. 15 Wohnmobile, die praktisch das ganze Jahre durch belegt sind. Das Oberland ist DER Treffpunkt für Fernreisende in Bolivien und bald wissen wir auch warum. Ein sicher Platz in Zentrumsnähe mit Käsefondue, Zürigeschnetzeltem, Chateaubriand, Nüsslisalat, einfach allem, womit man sich gerne wieder einmal verwöhnen lässt. Und dann die Preise!!!! 6 Nächte mit Pool, Strom, WIFI, 2 x Chateaubriand, 4 x Fondue, 4 weitere Essen, 7 kg Wäsche waschen lassen insgesamt für CHF 192.-. Bolivien ist das günstigste Land Südamerikas. Ein feines 3-Gangmenu in der Stadt bekommt man für 2 Franken und 30 Min. Taxi fahren kosten gerade mal 5.-. Toll! Wir spazieren durchs Valle de la Luna, durchstreifen den Hexenmarkt mit seinen Kräutern, Glücksbringern und getrockneten Lamaembryos, trinken frische Fruchtsäfte, kaufen eine Pachamama, bewundern geometrische Blumenrabatte, tauchen in Menschenmengen ein und kaufen im Supermarkt Haribo Gummibärchen.

      

    Hier treffen wir auch wieder mit Olivia und Laurent zusammen, mit ihnen wollten wir eigentlich die Lagunenstrasse fahren. Leider hatten sie in Uyuni an ihrem VW-Bus einen kapitalen Getriebeschaden, mussten den Wagen über 500 km nach La Paz schleppen lassen und hoffen nun hier die defekten Teile tauschen zu können.

      

    Wir wollen auf die beiden warten, aber nicht hier in dieser Megacity mit allem, was wir eigentlich nicht so gerne haben wie Lärm und Abgase vom schlimmsten.

    Nach 9 Tagen (2 Nächte davon in der Garage), Hidalgo ist wieder 100% fit und hat sogar für wenige Bolivianos neue Reifen bekommen, zieht es uns in den Dschungel.

    Direkt über La Paz auf dem 4600 m hohen Pass Abra La Cumbre bricht der Altiplano plötzlich steil ab. Von hier geht es nur noch runter. Runter in den grössten Dschungel der Welt, in die Yungas, ein Teil Amazoniens.

    Wir wollen die gefährlichste Strasse der Welt dafür nehmen, aber bei Nebel und strömendem Regen verschieben wir das auf die zwingende Rückfahrt. Jedoch nur 60 km weiter mündet die neue Strasse wieder in den Camino de la Muerte und ab hier wird es wirklich gefährlich. Nicht weil rechts Felswände in den Himmel ragen und links bodenlose Abgründe klaffen, nicht weil die Piste kaum breiter ist als eine Fahrzeugspur und Linksverkehr herrscht, …

       

    Auch die unbefestigte, meist nasse Abbruchkante beeindruckt uns nach dem was wir schon erlebten nicht wirklich. Gefährlich ist hier der grosse Gegenverkehr, der von unten kommend absoluten Vortritt geniesst. Die Truck- und Taxifahrer machen davon rücksichtslos Gebrauch und speeden uns mit irrem Tempo entgegen. Wir haben oft beobachtet, dass Busfahrer sich vor der Abfahrt 3 -5 x bekreuzigen, einen frischen Ballen Cocablätter in den Mund schaufeln und los geht die wilde Fahrt. So bestärkt wird ja wohl nichts passieren können. Hunderte sind so auf dieser Strecke schon in den Tod gerast. Mit unserer neuen, lauten Hupe und Geduld haben wir auch das geschafft und sind 2 Tage später, bei 24 Std. reiner Fahrzeit für 400 km in Rurrenabaque in den Tropen angekommen.

      

    Dieses Dorf liegt direkt am Fusse des letzten Hügelzugs der Anden und am Ufer des Rio Beni. Danach folgt die unendliche Ebene des Einzugsgebiets des Amazonas. Vor 20 Jahren hat sich hier ein Schweizer Ingenieur ein grosser Stück Dschungel gekauft und mit der Zeit eine hübsche kleine Hotelanlage mit Pool gebaut. Er selbst wohnt oberhalb in seinem selbstgebauten Haus namens „Ufo über den Wolken“. Hier wollen wir uns häuslich niederlassen und die nächsten Wochen bleiben.

       

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