Die Qual der Wahl, oder wieso einen Toyota Land Cruiser HZJ 79.
An der Caravanmesse 2006 in Bern haben wir uns entschieden; wir ziehen es durch und kaufen ein Wohnmobil. Felix kennt sich natürlich schon sehr gut aus und weiss genau was für ein Fahrzeug in Frage kommt. “Es kann nur ein Alkovencamper von Euramobil sein!” Da stimmt einfach alles, mit dem kommen wir um die ganze Welt und ist erst noch zahlbar. Ha haa! Nach 10 Stunden Messe wurde auch Felix bewusst, dass er noch keine Ahnung hat. Ein Euramobil kanns auf keinen Fall sein, da so ein 0815-Camper auf der ersten Schotterpiste auseinander bricht.
Also haben wir angefangen in grösseren Dimensionen zu denken und fanden kurz vor Messeschluss bei Bimobil einen Traum von Expetitionsfahrzeug. Merzedes Sprinter, Allrad, heimelige und grosse Kabine, wow!
Tage später in München bei Bimobil die grosse Bestellung. Leider nach 4 Monaten immer noch keine fertige Offerte bekommen, sonst wären wir jetzt mit dem Sprinter, vollgestopft mit Elektronik unterwegs. Später erfahren wir, dass nur schon innerhalb von Europa es vielen Garagen erst gar nicht möglich ist, ein technisches Problem im oder am Bordcomputer zu beheben, weil sie gar keine Lesegeräte dazu besitzen. Bingo.
Ok, dann eben jetzt etwas richtiges. MAN- 10,5 Tonnen Lastwagen mit Aufbau. Mit dem kommste überall hin…dachten wir, aber wir haben wieder was dazu gelernt. Mit 10 Tonnen kommt man kaum in die Städte, findet keinen Parkplatz, bezahlt in allen Ländern LSV, braucht extrem viel Diesel, und hat eine Spurbreite die die schönsten “weg von der Piste-Plätze” verunmöglicht. Es kostet auf Fährschiffen ein Vielfaches, man braucht den LKW-Schein, und, und, und.
Zufällig erfuhren wir, dass die Firma Tartaruga in Andelfingen einen Tag der offenen Tür macht, und…….. dort stand unser Mobil in weiss und Chromstahl mit Reccarositzen, Highendanlage und jeglichem Schnickschnack der nur möglich war. Aber, das Mobil schon leer viel zu schwer, zu viele Extras, zu viel Luxus. Denn eines wussten wir schon da, alles was man nicht dabei hat, kann nicht kaputt gehen.
Es muss also etwas sein, das genau unseren Wünschen und Ansprüchen gerecht wird. So fanden und kauften wir bei Tartaruga noch am gleichen Tag den angeblich letzten Toyota Land Criuser HZJ 79 genannt, “Das Buschtaxi”. 79 heisst beim HZJ dass er eine Ladebrücke hat. Dort darauf wird nun unsere massgeschneiderte Kabine gebaut.
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Technische Daten Fahrzeug: (Kurzfassung)
6 Zylinder 4,2 Liter Diesel Saugmotor mit Turbolader 0,65 bar
Allrad mit Freilaufnabe und Untersetzung, Differenzialsperren hinten und vorne
2 x 90 Liter Dieseltank (je nach Gelände bis 1400 km Reichweite)
Fahrwerk und Chassis auf über 5 Tonnen Gesamtgewicht verstärkt
Tempomat (so kann man bei langen Strecken mal nach hinten einen Kaffee trinken gehen)
Fette Reifen 285/75/16R AT mit Alufelgen
V4A Stahlboxen und Rammschutz als Massanfertigung von (www.peterhintzen.de) vielen Dank lieber Peter !
Technische Daten Kabine: (auch Kurzfassung)
GFK-Sandwichplatten, Wandstärke 40 mm, Boden 60 mm
130 l Frischwassertank mit Segul Filtersystem wahlweise einsetzbar 30 l Abwassertank
Cassetten WC, 10l Toilettenwasser separat
2 Plattengasherd und Backofen / 20l Aussengastank
Innen (Chromstahl) und aussen Warm- und Kaltwasserdusche
Webasto Heizung
Monokristalline Solarpanel 180 Watt mit Aussenstecker für zusätzliches mobiles Panel
Inboard Rüttelfeste Gel Servicebatterie 120 Ah (eher knapp für längere Autarkie ohne Fahren)
Kompressor- Kühlbox 36 Liter
Alkovenbett 195 x 145
Nach einer Warte- und Bauzeit von 18 Monaten wurde unser Hidalgo am 25. 09. 2008 endlich ausgeliefert. Nun kamen noch ein paar nützliche Features wie Sandbleche, Luftkompressor, Hohlraumbehandlung, Audioanlage im Führerhaus, 300 Watt Inverter…………. dazu.
Dann tauften wir unser Mobil auf den Namen Hidalgo.
Hidalgo ist ein berühmtes, zähes und treues Langstreckenpferd das seinen Besitzer nie im Stich liess.
Hidalgo heisst aber auch auf spanisch etwa Adelsmann aber auch “algo” = etwas von Wert.
Auch ist Hidalgo das Synonym für jemanden “Der etwas Unmögliches versucht”
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