• 01 Mai 2012 /  Peru, Südamerika

    Nasca – Cordillera Blanca – die Nordküste, 5.4. – 28.4.2012

    Über mehrere 4000er Pässe und durch ein wildes Tal, das der Maggia gleicht, nur 15 mal so lang und schroffer ist, erreichen wir die Abrisskante der Anden zur peruanischen Wüste. Diese erstreckt sich an der ganzen Küste entlang und bis 150 km landeinwärts. Aus dem dichten Bergnebel kommen  unter uns, noch viele Serpentinen tiefer gelegen, die ersten grossen Sanddünen zum Vorschein. Unser nächster Halt soll die weltbekannte Oasenstadt Nasca sein. Hier hat sich schon der Schriftsteller und Tausendsassa Erich von Däniken längere Zeit aufgehalten. Er wollte beweisen, dass die Nascalinien, riesige Scharrbilder, so gross, dass man sie nur vom Flugzeug aus richtig sehen kann, für Ausserirdische gemacht wurden. So gibt es geometrische Figuren, Tiere, eine Landebahn und andere unerklärliche Figuren. Wir haben eher das Gefühl, ET und andere Aliens haben bestimmt Gescheiteres im Sinn gehabt, als uns mitten in dieser trockenen Gegend Hallo zu sagen.

    Die Deutsche Frau Dr. Maria Reiche hat hier einen Teil ihres Lebens verbracht, um diese Linien zu erforschen. Viel gebracht hat auch das nicht. Ein astronomischer Kalender? Eine Wasserkontur? Religiöse Zeichen? Oder haben hier ein paar Inkakinder aus Langeweile den Boden umgegraben? Man weiss es bis heute nicht. Sie hat aber erreicht, dass die Linien zum Weltkulturerbe zählen und geschützt werden.

    Wir nehmen keinen klapprigen Flieger und schauen uns die Linien nur von einem Hügel aus an. Schade nur, dass die PanAm mitten durch dieses Gelände geht. Dafür besuchen wir einen vorkolumbianischen Friedhof. Hier wurden die Toten sitzend und eingebunden in 2 Meter tiefe Gräber gesetzt. Die Trockenheit hat die Leichen mumifiziert und die Archäologen finden dauernd neue. Tief brauchen sie hier nicht zu graben, da der Wind ihnen kräftig hilft. Überall  liegen menschliche Knochen in der Gegend herum. Wäre es nicht ein Freiluftmuseum, das gut hergerichtet wurde und Eintritt kostet, könnte man sich schon gruseln oder einen Schädel mitnehmen als Kühlerfigur.

    Wir wollen in der Oase Huacachina übernachten, vergessen aber mal wieder, dass es Wochenende ist, nein sogar das Osterwochenende. So tummeln sich hier nun die Peruaner in voller Stärke. Der Oasensee ist gerammelt voll, dem Geruch nach nicht nur mit Menschen. Es gibt Dünenbuggys ohne Auspuff, die die Touristen Dünen hoch und runter fahren, Tretboote mit Disneyfiguren hinten drauf und vor allem ist diese Oase bekannt für die höchste Sanddüne der Welt (wiedermal!). Hier kommen die Sandsurfer voll auf ihre Rechnung. Leider haben diese Jungs keine Ahnung vom Surfen. Auf jeden Fall ist für uns alles nur zum Schreien und wir flüchten weiter in den Nationalpark Paracas.

    Auch dieser ist ein Spielplatz der Peruaner. Als Nationalpark getarnt ist es eher ein riesiges Wüstengelände direkt am Meer mit windumtosten Klippen, indem nichts verboten ist. Motorräder, Quats, 4×4, Jetskis, Hängegleiter, Kyter, Mountinbiker und wir. Uns gefällt’s. Wir schallten den Allrad und die Untersetzung ein, erklimmen schwindelerregende Dünen und schlafen an spektakulären Orten. Drei Tage bleiben wir, beobachten die verrückten Dünenfahrer und Seevögel, wandern zu verschiedenen Buchten und schlafen an immer noch schöneren Plätzen.

    Lima durchfahren wir in 2 Stunden. In dieser weiteren Megacity sehen wir nichts, das sich lohnen würde, auch nur schnell den Motor abzustellen. Grauenhaft, also weiter und bald finden wir im Reserva Natural de Lachay einen wunderschönen Hotspot für die Nacht. Hier sammelt sich im Winter der Nebel so dicht, dass eine Vegetation mitten in der Wüste entstanden ist. Auf einem Hügel wachsen hier plötzlich Bäume, Blumen und Gras. Der Nebel kondensiert an den Berghängen und so entsteht genügend Feuchtigkeit für diesen kleinen Garten.

    Franziska will unbedingt noch einmal in die peruanischen Anden. Die Cordillera Blanca bietet sich hierzu natürlich perfekt an. Von 0 auf 4200 m in einem Tag, wir sind es uns ja schon gewohnt. Wir wollen im Nationalpark Pastoruri den Spuren der Odermatts folgen, die uns ihre Übernachtungsplätze schön mit GPS – Points angegeben haben, kehren aber im Nieselregen und Nebel wieder um und folgen der guten Strasse nach Huaraz, dem Bergsteigerzentrum von Peru.

    In dieser hässlichen Stadt finden wir keinen Campingplatz. Uns wird gesagt, „nur“ 8 km oberhalb hätte ein Brite eine Kletterlodge und dort können wir stehen und frische Forellen aus dem Bergbach angeln. Toll, also los. Haha! Der Weg dort rauf entpuppt sich als grauenhafteste, steile und sehr schmale Gebirgspiste überhaupt. Nach nur 3 km müssen wir und Hiddy schon aufgeben. Das Wenden wird zu einer Geduld- und Mutprobe. Vorne wie hinten je nur 30 cm bedeutet zigmaliges Rangieren. Schweissgebadet und fluchend kommen wir nach Huaraz zurück und nehmen im Real Hotel Huascarán einen Stellplatz im Garten. Nur dank perfektem Internet bleiben wir 2 Nächte, denn die Wolken werden sich auch in den nächsten Tagen nicht verziehen. So sehen wir leider nur hier und da die weissen Bergspitzen der 6000er gleich hinter uns. Bergsteiger sind sich einig, dieses Gebirge, vor allem der höchste Berg Perus, der 6768 m hohe Nevado Huascarán und der 6120 m hohe Alpamayo sind die schönsten Berge der Welt.

    Hinunter zur Küste geht es durch den Cañon del Pato. Wieder liegen die Nerven von Felix blank. Er kann buchstäblich hören, wie sich Hidalgo in seine Einzelteile zerlegt, so schlecht ist diese Piste. Für die 80 km lange Schlucht brauchen wir 7 Stunden. Der Cañon selber ist atemberaubend. Zuerst eng mit zig gespenstigen Tunnels, auf der einen Seite überhängender, bröckeliger Fels und auf der andern tiefer Abgrund zum Rio Santa. Wir sehen viele Wasserfassungen und alte Steinkohlegruben. Arbeiten unter schlechtesten und lebensgefährlichen Bedingungen.

    Tage später, wir sind nur noch 120 km von Ecuador entfernt, wollen wir in Punta Sal endlich wieder einmal ein paar Tauchgänge machen. Im Reiseführer steht, es gibt hier optimale Bedingungen und eine Tauchbasis. Doch…, die Enttäuschung. Im ganzen Dorf keine Möglichkeit unser Auto geschützt zu parkieren und die Tauchbasis gibt es schon seit Jahren nicht mehr. Wir fragen da und dort nach Möglichkeiten, bekommen aber immer nur ein „no hai“! Wir wollen schon aufgeben, als Felix eine Gruppe Menschen in einem verlassenen, verlotterten Haus sieht, die dort offenbar eine kleine Party haben. Franziska hat schon gar keine Lust mehr auszusteigen doch Felix meint: Wer wagt, gewinnt. Wir haben gewonnen! Kurz darauf stehen wir 5 km südlich von Punto Sal, neben dem Strandhaus von Robin. Eine 10 tägige Robinsonidylle beginnt.

    Übrigens: Haben wir schon erwähnt, dass wir den deutschen Forscher Alexander von Humboldt nicht ausstehen können? Nach ihm wurde die Kaltwasserströmung an der Westküste Südamerikas benannt. Diese beginnt in der Antarktis und folgt tausende Km nordwärts der Küste bis… jeeeeee!!! Vor genau 160 km haben wir diese Grenze ohne es zu ahnen überschritten. 160 km südlich von uns stösst der kalte Humboldt mit der warmen, südlichen Äquatorialströmung  zusammen. Das bedeutet… zu der ganzen Robinsonade kommt noch ein Pazifik mit einer Temperatur um die 27° hinzu. Der Hammer! Endlich können wir Weicheier ins Wasser.

    Robin und seine Freunde sind bald auch unsere Amigos. Es sind Aussteiger, die von der Hand in den Mund leben. Das einzige, was sie im Überschuss haben, ist Fisch. Morgens, mittags und abends gibt es frischen Fisch, den wir mit ausgelegten Netzen fangen. Sushi, Cevice, gebraten oder gekocht. Was übrigbleibt, wird im Dorf verkauft.

    Da es kein Boot gibt, um die Fische aus den Netzen zu holen, machen wir das in reissender Strömung, bei hohen Wellen und auch mal bei völliger Dunkelheit im Wasser mit Taucherbrille und Schnorchel.

    Grosse Freude herrscht, als wir ihnen ein Gulasch mit Rösti kochen, oder Butterzopf  und zu Susis Geburtstag einen Kuchen backen. Susi und Franziska verbringen Stunden in der Küche und tauschen Rezepte aus.

    Es gäbe auch sonst noch einiges zu tun hier, wie aufräumen, entrümpeln oder nur schon einen Kühlschrank organisieren. Ein Solarmodul, eine Batterie und die Kühlung der Fische wäre kein Problem mehr. Mañana! So kaufen sie täglich ein paar dl Benzin für den Generator und teures Eis im Dorf. Wir werden es wohl nie schaffen (wäre auch nicht besonders erstrebenswert) so zu denken wie ein peruanischer Aussteiger, aber ihnen gefällt es so und es funktioniert irgendwie. Mit dem Komfort von Hidalgo, kommen auch wir voll auf unsere Rechnung.

    Wir wollen eine Expedition zu einem Wasserfall machen: Robin möchte von uns wissen, wie man einen Fall hinauf klettert und sich darin wieder abseilt. Prognostizierte Fahrzeit: 90 Minuten, Wanderzeit: 90 Min, geplanter Start: 07.00 Uhr, doch in Peru gibt es eine andere ZeitrechnungJ.

    Die Fischernetze sind heute gut gefüllt, wir brauchen 2 Stunden sie zu leeren. Es ist nun 09.00 Uhr. Dann muss ein Service an Robins Nissan 4×4 gemacht werden. Hydrauliköl, Luft, Diesel, Wasser füllen. 10.00 Uhr. Die Fahrt dauert mit durchgelatschten Stossdämpfern 3 Stunden, und obwohl Robin schon 6 x hier war, verfahren wir uns immer wieder.  Dann eilen wir in grösster Hitze (um 13.00 Uhr beinahe am Äquator) durch den Dschungel zum Wasserfall, wir müssen ja vor Einbruch der Nacht (18.00 Uhr) beim Auto zurück sein. Nach 2 Std. und 20 Min. ist der Wasserfall immer noch weit, weit entfernt. Wir brechen unsere Expedition ab, gehen im Fluss schwimmen und essen Fisch. Danach geht’s gemütlich zurück. Gottlob zeigt Felix Robin den Weg zurück zur PanAm, wir wären immer noch im Dschungel. Mit ähnlichen Erlebnissen könnten wir mittlerweile ganze Bücher füllen. Spass gemacht hat es uns aber alleweil.

    Ach ja: an den 40 kg Fisch, die wir in einer Kühlbox mitgeschleppt haben, hat im Dschungeldorf niemand Interesse und auch keine Dineros dazu. So essen wir sie halt selber. Buen provecho!!!

    Für alle Camper unterwegs: 1. Robin und Susan freuen sich immer über Besuch. 2. Man könnte dort auch ein Stück Land an der Beach kaufen. 3. GPS: S 4° 00‘ 27.8‘‘   W 80° 59‘ 46.7‘‘

    Nach 10 Tagen wird es für uns Zeit, die letzten 120 peruanischen km hinter uns zu bringen. So verabschieden wir uns wieder einmal schweren Herzens. In Guayaquil wartet am 4. Mai ein Flugzeug, das uns für einen Monat in die Schweiz bringen soll. Und vorher müssen wir ein sicheres Plätzchen für unseren Hidalgo finden.

    Zur Galerie Peru 3

  • 11 Apr 2012 /  Peru, Südamerika

    Cusco – Machu Picchu – Urubamba – Valle Sagrado, 25.3. – 4.4.2012

    Das sind doch Namen, die in den Ohren klingen?! Vor allem Machu Picchu, die sagenumwobene, verlorene Stadt im heiligen Tal der Inkas.

    1911 hat der US Archäologe Hiram Bingham die völlig überwucherten Ruinen entdeckt und bis heute bestehen viele verschiedene Theorien über die einstige Bedeutung dieser Inkastadt. Wikipedia schreibt darüber Seiten. Machu Picchu, ab jetzt nur noch M.P. genannt ist DIE Sehenswürdigkeit Südamerikas.

    Wir stehen auf dem Camping Quinta Lala in Cusco, der leider seit Helmi nicht mehr hier ist, einen ziemlich verlotternden Eindruck macht und stellen uns die Machu Picchu Frage: „Will, muss, soll man sich das antun oder besser bleiben lassen?“ Vieles haben wir schon gehört von diesem Touristenmekka, vor allem dass es unheimlich teuer sein muss. Und egal an welchem Tag im Jahr man dort aufkreuzt, es sind bestimmt noch weitere 2498 Personen anwesend. Freunde von uns haben vor kurzem für 2 Personen 410.- US$ dafür bezahlt. Felix möchte das wegen ein paar alten Mauern nicht mitmachen, doch Franziska will es unbedingt. Für Sie ist es einer der grossen Höhepunkte in Südamerika. Zum Glück wissen wir aber auch von anderen, günstigeren Möglichkeiten, um dorthin zu kommen.

    Teuerste Variante: mit dem Zug über Ollantaytambo,  nach Aguas Caliente, übernachten, dann mit dem Bus rauf zum M.P. und wieder alles zurück.

    Günstigste Variante: und die haben wir auch schon so geplant! Mit Hidalgo via Urubamba, Ollantaytambo, über den 4300 m hohen Abra Malaga, dann über Santa Maria nach Santa Teresa. Von dort geht es zu Fuss dem Rio Urubamba entlang 12 km nach Aguas Caliente, übernachten und dann, 5.00 Uhr morgens, zu Fuss die 400 Höhenmeter beinahe senkrecht zum M.P. rauf. Andere Freunde haben dies vor 3 Wochen versucht und sind mehrmals im Matsch stecken geblieben, bevor sie resigniert vor einem Erdrutsch umdrehen und dann doch eine Touritour nehmen mussten.

    Wir entscheiden uns für die Route über Santa Teresa mit den Wanderstrecken, jedoch ohne Hidalgo. Den lassen wir vorsichtshalber in Cusco zurück. Die Rache lässt nicht lange auf sich warten!!!

    Der Voucher unserer Agentur lautet: 7.30 Uhr Abfahrt in Cusco, 6 Stunden Busfahrt nach Teresa inkl. Mittagessen. 14.00 Uhr Abmarsch, Abendessen, Hostal, Ticketausgabe für Machu Picchu, Wayna Picchu und Zug um 17.30 zurück nach Cusco.

    Höhepunkt 1: Gestartet wird nach langem hin und her erst um 9.00 Uhr.

    Höhepunkt 2: Unglaublich, wir bekommen einen Fahrer, der zum ersten Mal in einem Kleinbus sitzt. Wir haben das Gefühl, dass er überhaupt seine erste Fahrstunde hat. Er findet keinen Gang, lässt die Kupplung schnellen, würgt den Motor ab und das schlimmste, er kann das Steuerrad nicht handeln. Seine Handknöchel scheinen weiss durch die braune Haut, so fest krallt er sich am Steuer fest. Auch auf gerader Strecke ist es ein ständiges hin und her und vor allem in den Kurven erstaunt ihn die Zentrifugalkraft jedes Mal, wenn er auf der falschen Seite durch die Bögen prescht. Und alles zusammen immer viel zu schnell. Schon nach kurzer Zeit sind wir vom Angstschweiss durchnässt und haben die Schnauze voll. Felix ist kurz vor dem Ausrasten und droht dem Irren: „entweder fahre ab sofort ich oder wir suchen uns einen anderen Bus. Da noch andere Tourbusse unterwegs sind, haben wir dank ein paar Soles kein Problem um zu steigen. Uns tun nur die anderen, im Bus zurück gebliebenen leid, die sich nicht getrauen sich zu wehren und bleich, stumm und sich übergebend nur hoffen können.

    Wegen den vielen Erdrutschen und Umfahrungen kommen wir erst um 16.00 Uhr in SantaTeresa zum Mittagessen an. Dann endlich um 17.15 nehmen wir die 12 km unter die Füsse. Leider wird es hier in Äquatornähe schon um 18.00 dunkel, das heisst, wir wandern in dieser wunderschönen Landschaft des Rio Urubamba in völliger Dunkelheit nach Aguas Caliente. Nur gut haben wir die Stirnlampen dabei. Abendessen und Unterkunft sind akzeptabel, ja erstaunlicherweise sogar gut.

    Höhepunkt 3: Bei der Ticketverteilung durch den guide bekommen wir nur die für M.P. Die für den Wayna Picchu, die wir extra bezahlen mussten, wurden in Cusco vergessen. Wir würden das Geld dann zurück bekommen. Und schon wieder war der Teufel los. Der Wayna Picchu ist der schöne Berg im Hintergrund von M.P. mit einer tollen Rundum- Aussicht auf M.P. und den Dschungel. Der Pfad soll steil und gefährlich sein. Es dürfen pro Tag nur 400 Personen da hinauf und für Felix war das ein wichtiger Grund die M.P. – Frage zu bejahen.

    Höhepunkt 4: Und wirklich, es ist ein Höhepunkt. Nach nur 40 Minuten Aufstieg stehen wir um 05.45 Uhr vor dem Eingang zu M.P. Auf die Sekunde genau um 6 öffnet die Anlage und nach der Prüfung  des Tickets und der Übereinstimmung des Passes sehen wir die verlorene Stadt im Nebel vor uns.

    Gut haben wir JA gesagt, wir sind begeistert! Im langsam sich lichtenden Nebel, der dem ganzen Berg etwas noch mystischeres gibt, durchstreifen wir fasziniert die ganze Stadt. Mit dem Durchbruch der Sonne stehen wir staunend und fotografierend bei der „Hütte des Verwalters des Grabfelsens“.

    Ätsch! Die, die ein Ticket für den 400 m weiter oben thronenden Wayna Picchu bekamen und nun dort oben stehen, müssen sich noch lange gedulden, bis sich der dicke Nebel auch dort auflöst. So sind wir gar nicht unfroh, nicht dabei zu sein, denn das Licht für gute Fotos ist hier und jetzt perfekt.

    Wir haben den ganzen Tag Zeit und schauen uns wirklich jede Ecke an. Auch die alte Inkabrücke auf der anderen Bergseite des berühmten Inkatrails wollen wir sehen und wir geniessen trotz striktem Verbot unseren Lunch mit herrlicher Aussicht.

    Höhepunkt 5: Unser Zugticket zurück nach Cusco ist nicht wie abgemacht für 17.30, sondern für 18.45 ausgestellt. Das heisst wir fahren wieder im Dunkeln durch diese wilden Schluchten.

    Als Fazit müssen wir sagen: es hat sich trotz allem gelohnt und wir haben je „nur“ 155 US$ für alles bezahlt. Es hat uns echt sehr gut gefallen. Das Ganze in Worte zu fassen, dauert uns zu lange, darum lassen wir in der Galerie die Bilder sprechen. Hätte es geregnet, hätten wir gar nichts gesehen und der arme Kerl im Touroffice in Cusco wäre danach noch viel mehr durch die Mangel gedreht worden.

    Schon vor Machu Picchu haben wir uns in Cusco ein Boleto Turistico gekauft. Ein Ticket, das uns für einen moderaten Preis erlaubt, innerhalb von 10 Tagen viele andere Ruinen, von denen es in der Gegend um Cusco nur so wimmelt, zu besuchen. Der Reihe nach sind das:

    Die Festung Sacsayhuamán, die Bergfestung Pisac, Ollantaytambo, die fantastischen Salinen Maras und zuletzt die Getreide-Versuchsanlage der Inkas, Maras Moray.

    Oberhalb von Urubamba, in einem schwerzugänglichen Seitental  besuchen wir noch das Kinderdorf Munaychay, das von der Deutsch/ Peruanischen Organisation Corazones para Peru („Herzen für Peru“) mit viel Liebe und Erfolg und noch mehr Sponsoren aufgebaut wurde.

    Wir hatten grosses Wetterglück und mit Renate und Heinz ein liebes, gleichgesinntes Paar, so dass wir nun genug alte Steine gesehen haben und uns auf die Wüste an der Küste freuen. Der Unimog hat  hier seinen nördlichsten Punkt erreicht, so dass wir uns nach 2 tollen Wochen leider verabschieden müssen.

    Lust auf mehr Bilder vom Machu Picchu? Zur Galerie Peru 2:

  • 01 Apr 2012 /  Peru, Südamerika

    Von Puno nach Cusco, 17.3. – 25.3. 2012

    Zwei ganze Tage fahren wir an den Ufern des Titicacasees entlang. Kein Wunder, hat er doch die Fläche von 8400 km2. Hier wirkt die Luft wunderbar klar, wenn das blendende Hochgebirgslicht den Altiplano durchflutet und auf dem tiefen Wasser glitzert. Der Horizont erstreckt sich bis zur Unendlichkeit, und da und dort ragen antike Grabtürme und verfallene koloniale Kirchen auf.

    Die Hafenstadt Puno eignet sich bestens als Ausgangspunkt, die schwimmenden Inseln der Uros zu besuchen. Diese Nachfahren der von den Inkas nicht bezwingbaren Uros leben auf selbst gebauten Schilfflossen ca. 8 km von der Küste entfernt. Ihre Hütten, Möbel,  Boote, Brennholz zum Kochen und Heizen bestehen auch heute noch aus demselben Material, dem Seeschilf. Man kann dieses Grünzeug sogar essen und mit ein bisschen Essig und Öl schmeckt es sogar.

    Ohne eine Touristentour zu buchen, besteht keine Chance zu diesen Inseln zu kommen. Wir sind jedoch sehr überrascht, dass wir hier einen echt gut gemachten Tourismus antreffen. Natürlich wollen uns die Urosfrauen alles Mögliche an Souvenirs verkaufen, wir bekommen aber auf zweien dieser Inseln genauste Informationen, wie diese gebaut und gewartet werden. Alles sieht sehr einfach jedoch extrem gemütlich aus und die Uros haben einen grossen Vorteil so zu hausen. Haben sie einmal Streit mit dem Nachbarn, werden einfach die Verankerungen gelichtet und man paddelt ein paar Meter weiter.

    Wir besichtigen auch das älteste Schiff auf dem See, die eisenummantelte Yavari. Diese wurde in England gebaut und Jahre später in 2766 Einzelteilen um das Kap Horn herum nach Arica verschifft, anschliessend mit dem Zug nach Tacna transportiert und von Mulis über die Anden nach Puno geschleppt. Das ganze Manöver hat nur schlappe sechs Jahre gedauert.

    Auf dem Weg nach Arequipa nehmen wir den Abstecher zu den  Grabtürmen von Sillustani, wo wir auch gleich übernachten wollen. Der kriegerische Stamm der Colla begrub seinen Adel in diesen Steintürmen, die eine Höhe von bis zu 12 m erreichen. Später haben die Inkas diese „Technik“ übernommen und mit dauerhaften riesigen Felsenbrocken verfeinert.

    Die Nacht verbringen wir nicht wie vermutet hier auf dem Land in Ruhe. Nein, genau heute feiert diese Gegend einen heiligen Sankt Irgendwer, mit Pauken und Trompeten und … Feuerwerk! Da der grosse Parkplatz schön eben ist, eignet er sich bestens um zu defilieren. Toll, so nahe am Geschehen zu sein, hat die Blaskapelle doch nicht nur ein Lied im Repertoire wie in Bolivien sondern drei. Und diese spielen sie immer und immer wieder.

    Die Fahrt über Juliaca nach Arequipa gehört für uns wohl zu den schönsten Altiplano Überquerungen bis jetzt. Links oder rechts Flüssen folgend, mal rauf auf 4600 m, mal runter auf 3500 durchqueren wir die Anden, die infolge der grossen Niederschläge der letzten Monate in farbiger Blütenpracht auf saftigen Weiden vor uns liegen.

    In der Stadt treffen wir auf dem Hotelcamping Mercedes drei nette deutsche Paare, mit denen wir einen gemütlichen Grillabend verbringen. Arequipa, die weisse Stadt (die Bausteine aus den Anden sind schneeweiss und die schöne Innenstadt wurde ausschliesslich damit gebaut) haken wir in einem Tag mitsamt dem grossen Kloster Santa Catalina ab. Wir wollen in den Colca Canyon Kondore gucken gehen.

    Auch die Fahrt zu diesem berühmten Canyon ist spektakulär. Bei knapp 4950 m bricht das wellige Hügelland plötzlich steil ab und wir sind froh, mit neuen Bremsen unterwegs zu sein. Der Canyon selbst erstreckt sich von Ost nach West immer steiler bis 2000m abfallend. Das Tal ist mit kleinen, leuchtend grünen Feldern überzogen. Überall werden Kartoffeln geerntet. Malerisch ist die Szenerie eingerahmt von 6000 m hohen Vulkanen. Schon von weitem sehen wir unser Ziel: den Mirador Cruz del Condor.

    Pünktlich mit der Morgensonne steigen die grössten Vögel dieser Welt mit einer Spannweite von 3,8 m im Aufwind die steilen Wände herauf, direkt uns entgegen. Wenige Meter vor unseren Augen will jeder dieser Kondore einmal abgelichtet werden, bevor sie gegen 7000 m steigen und in der Weite verschwinden. Einfach toll, hier zu sitzen und das Spektakel zu sehen.

    Eines der deutschen Paare von Arequipa, Renate und Heinz, haben sich uns angeschlossen und wir beschliessen, zusammen die nicht ganz einfache Fahrt über die Berge nach Cusco zu wagen. Nicht ganz einfach, weil niemand uns sagen kann, ob auch diese Andenpisten wegen dem Regen unbefahrbar sind oder nicht. 250 km durchs Niemandsland auf dieser Höhe mit unter- oder überspülten Pisten können ganz schön happig werden. Da die anderen einen Unimog mit Seilwinde als Untersatz ihr Eigen nennen, könnten wir uns gegenseitig helfen und schon geht es los.

    Wild, grossartig, naturgewaltig, hammermässig sind Schlagworte, die bei dieser Fahrt fallen. Gottlob haben wir diese Strecke gewagt, wir werden extrem belohnt. Mitten auf der Strecke wurde eine Brücke wegeschwemmt und wir denken schon, wir müssen uns einen Weg durch den Fluss bauen, finden jedoch bald eine Umfahrung. Der Rest ist einfach nur fantastisch.

    Müde und hungrig landen wir am Abend am Lago Languilayo beim Fischer Alejandro. 2 kg fangfrische Forelle für Fr. 5.-, da lassen wir es uns schmecken. Wir verarbeiten unsere Fische zu Ceviche, einer Art Sushi. Forelle filetieren, kleine Würfel schneiden, würzen mit Salz, Pfeffer, Zwiebeln und frischem Limettensaft, dazu Franziskabrot direkt aus dem Ofen. Die Krönung eines wirklich tollen Tages.

    Am nächsten Morgen müssen wir nur noch die Reifen wieder auf Asphaltdruck bringen und bald schon rollen wir in der Inkastadt Cusco ein.

    Mehr Bilder zu diesem Bericht in der Galerie Peru 1

  • 20 Mrz 2012 /  Bolivien, Südamerika

    Paso Chungará, La Paz, Titicacasee,  27.2. – 16.3. 2012

    Direkt vor dem Grenzübergang versuchen wir, nichts desto trotz in den Lauca Nationalpark zu kommen. Nach nur wenigen km nach Verlassen der Teerstrasse sind wir 3 Mal beinahe im Schlick stecken geblieben. Wir wollen mit unserem angeschlagenen Hiddy kein Risiko eingehen und kehren frustriert nach einer langen Fahrt im Rückwärtsgang um.

    Nach Monaten auf Meereshöhe macht uns der kurze Aufstieg von Arica zur Passhöhe ein bisschen zu schaffen. Wir haben die 1. Nacht zur Akklimatisierung auf über 3000 m verbracht und mehr oder weniger gut geschlafen. Heute wollen wir es auf über 4000 versuchen. Obwohl nicht geplant, stehen wir in Folge der Umstände bald vor dem bolivianischen Zoll. Chaos herrscht, wir müssen von Pontius zu Pilatus, Ausweise kopieren, zurück zum Mann mit der blauen Uniform, einen Stempel holen, zurück zum Mann mit der braunen Uniform. Dann in einem Privathaus die Daten im PC eingeben, da die Zöllner keinen eigenen haben und wieder zurück zum Mann mit der blauen Uniform und, und, und. Bolivien macht auf Rache gegenüber dem reichen Chile und so haben die jetzt auch noch eine Lebensmittelkontrolle eingeführt. Wir dürfen keine Lebensmittel einführen und unser Kühlschrank ist mehr als voll. Nach langem Anflehen, dies wäre doch unser Abendessen und wir würden dieses noch auf dem Pass einnehmen, lässt die Dame in grüner Uniform Milde walten. Wir müssen nichts abgeben, bezahlen noch die Strassengebühr und haben endlich diesen hanebüchenen Zoll hinter uns.

    Etwas weiter, weg von der Strasse, am Fusse des gigantischen Vulkans Sajama, auf leuchtend grünen Matten mit vielen Lamas und Alpakas machen wir Halt für die Nacht. Beim Fotoshooting der Andenkamele kommt uns plötzlich eine Aymarafrau entgegen. Nachdem Sie ihre anfängliche Furcht vor uns überwunden hat, plaudert sie fröhlich drauf los. Sie erklärt uns den Unterschied dieser Tiere, zeigt wie sie die  Alpakawolle zu feinem Faden spinnt und freut sich über unser geschmuggeltes Gemüse und Brot. Traditionell trägt sie ihr einjähriges Kind im Tuch auf dem Rücken, während die Achtjährige wacker die Lamas vor sich her treibt.

    Von Franziskas Mami haben wir vor Jahren einen Schokoladenhasen bekommen. Dieser hatte ein kleines Glöckchen um den Hals. Dieses Glöckchen haben wir dem Mädchen geschenkt und ihre Augen leuchten als habe sie ihr grösstes Geschenk im Leben bekommen.

    Am nächsten Tag Nonstop nach la Paz. Hier wollen wir uns und vor allem Hidalgo komplett auf Vordermann bringen. Hiddy bekommt einen vorzeitigen 100‘000 Service und Felix geht zum 4. Mal in Folge zum Zahnarzt. Offenbar will er einen Qualitätsvergleich der Zahnärzte von Brasilien, Chile, Paraguay und Bolivien machen. Das brasilianische Inlay hat er heute zum Frühstück verschluckt. Wir finden sogar eine Yamahavertretung die sich Felix’ Keyboard annimmt und Franziska lässt sich für ein Trinkgeld eine neue Variluxbrille fertigen.

    Auf den Garagentermin müssen wir leider eine Woche warten. Macht nichts, in der Zwischenzeit gibt es viel zu tun und das Wetter kann nur besser werden.

    2 Wochen später stehen wir wieder vor dem Hotel Oberland. 9 Tage und Nächte haben wir in der Garage verbracht. Hiddys Schäden vom Unfall sind restlos behoben worden. Er hat eine neue Frontscheibe, Kupplung, vordere Stossdämpfer und vieles mehr. Nur neue Felgen konnten wir auch hier nicht auftreiben.

    Wir haben in der Zwischenzeit La Paz auf den Kopf gestellt. An einem Tag machen wir vom Hotel Oberland im Stadtteil Mallasa einen grossen Spaziergang ins Zentrum. Das bedeutet eine Wanderung von 14 km und 700 Höhenmeter bis auf 4100 m. Und das alles mitten in der Stadt. Wir sind fasziniert und mögen La Paz täglich mehr. Die gepflegten Parkanlagen, das Gewusel in den unzähligen Märkten und vor allem das Essen auf denselben behagt uns sehr. Unser Lieblingsmenu beschreibt sich folgendermassen:

    Eine dicke Frau in bolivianischer Tracht sitzt am Boden mit einem grossen, verschlissenen Plastiksack vor sich. Darin befinden sich kiloweise Kartoffeln, Gemüsebananen, Süsskartoffeln und vor allem Fleisch. Knusperiger Schweinebraten und Hühnchen. Sie füllt eine grosse Portion in einen kleinen Plastiksack und schon ist angerichtet. Ganze 15 Bolivianos (Ca. Fr. 2.- ) will Sie für diese Köstlichkeiten. Wir setzten uns an irgendeiner freien Stelle auf den Boden und geniessen.

    Am 16. März verlassen wir La Paz über El Alto, der Millionenstadt, die auf über 4000 m an der Abrisskante zu La Paz thront. Es stinkt, es ist laut und wir stecken im grössten Verkehrschaos seit Jahren. Ein paar Stunden später sehen wir auf einer wunderschönen Panoramastrasse endlich den Titicacasee vor uns. Wir übernachten das letzte Mal in Bolivien, direkt am Strand von Copacabana.

    Morgen überqueren wir die Grenze nach Peru.  Bolivien hat uns auch beim 2. Besuch sehr gut gefallen. Liebenswert, fröhlich, fantastische Landschaften und stinkbillig.

    Zur Galerie Bolivien 5

  • 03 Mrz 2012 /  Chile, Südamerika

    San Pedro de Atacama bis Paso Chungará, 19.2. – 27.2. 2012

    Auch hier in San Pedro hat die höchst ungewöhnliche Wetterlage, die uns noch einiges Kopfzerbrechen machen wird, Schlimmes angerichtet. Durch die ganze Stadt muss Tage zuvor ein reissender Fluss geströmt sein. Die Strassen ähneln eher Bachbetten, Mauern wurden weggerissen, ja die ganze Gegend ist arg in Mitleidenschaft gezogen worden, wo doch sonst Jahre kein Tropfen Regen fällt. So machen wir uns schon nach einer Nacht auf den Weg zur, so hoffen wir wenigstens, trockenen Küste. Nach der letzten Gebirgskette mit 4200 m und einem weiteren Austausch der Dieselfilter, rollen wir gemütlich direkt nach Westen, 200 km quer durch die trockenste Wüste der Welt, die Atacama, dem Pazifik entgegen. Hier stimmt es, was diese Wüste verspricht: null Vegetation, nur Sand und Geröll so weit das Auge reicht.

    Wie in anderen Wüsten, gibt es auch hier ein sehr seltenes Phänomen. Die Stille! Es ist für uns immer wieder ein grossartiges Erlebnis nichts, wirklich absolut nichts zu hören.

    Iquique überrascht als die für uns bis jetzt wohl schönste und gepflegteste Stadt Südamerikas. Direkt hinter der letzten 500 m hohen Sanddüne breitet sich diese moderne Stadt von Nord nach Süd stark wachsend am tiefblauen Meer aus. Obwohl eigentlich mitten in der Wüste, haben es die Menschen geschafft, hier in hohem Komfort zu leben. Das Wasser dazu kommt mit Pipelines aus dem 500 km entfernten San Pedro.

    Bei einer von einem Schweizer geführten Paraglidingschule stehen wir auf dem kleinen Campingplatz mit super Sicht auf den Pazifik und planen unser nächstes Abenteuer. Es soll östlich zur bolivianischen Grenze gehen und von dort aus alles der chilenischen Grenze entlang durch die drei Nationalparks, Isluga, Vicuñas und den Lauca. Alles wieder auf kleinsten Pisten und Offroad auf über 4000 m. Es soll eine der schönsten Touren überhaupt in den Anden sein mit Salaren, Thermen und vielen schneebedeckten Vulkanen. Wir erkundigen uns bei der CONAF, der Parkverwaltung, über den Zustand der Pisten und bekommen eine niederschmetternde Antwort. Dort, wo vor einem Monat noch  Pisten waren, sind jetzt reissende Flüsse, und viele Erdrutsche machen ein Durchkommen unmöglich. Wie schon vor einem Jahr mit der Überquerung des grossen Salzsees in Bolivien macht uns auch hier wieder der Regen einen grossen Strich durch die Rechnung. Die Enttäuschung ist gross, war das doch vor allem von Franziska eines der schon lange gewünschten Ziele.

    So fahren wir auf der meist langweiligen Panamericana Richtung Arica, der nördlichsten Stadt von Chile. Unterwegs besuchen wir das Freilichtmuseum Humberstone, eine 1960 verlassene Salpetermine und die Geoglyphen El Gigante, die 1100 jährige Erdzeichnung eines Schamanen. Dort werden wir bereits von einem schon lange im Tiefsand steckenden Auto erwartet. Kein Problem für Hidalgo und danach finden wir an einem einsamen Strand mit tosenden Wellen einen tollen Schlafplatz.

    Bis Arica wird die PanAm immer interessanter. Eine Berg- und Talfahrt durch wilde Canyons. Oben auf den Hügeln trockenste Wüste, hingegen unten in den Schluchten fruchtbarstes Land. Im Valle de Azapa gehen wir ins archäologische Museum. Es zeigt die Lebensweise und Mumien der Chinchorros, die vor 3100 Jahren hier gelebt haben. Die Ausstellung ist mit vielen Vitrinen gut gestaltet und es gibt sogar eine Broschüre in Deutsch.

    In  Arica selber dürfen wir nicht am Meer campieren. Das ganze Strandgebiet nördlich der Stadt, sowie die Grenze zu Peru ist vom Militär gesperrt worden. Die aus den Anden kommenden Wassermassen haben im Grenzgebiet Peru / Chile 1000e Sprengminen freigelegt und ausgespült.  Diese Überbleibsel des letzten Grenzkonflikts der beiden Länder liegen nun schön verteilt in der ganzen Gegend herum. Wie blöd ist das denn??? So bleibt uns nur der überfüllte Weekendstrand im Süden für die Nacht. Schlechte Wahl, denn hier ist Halligalli die ganze Nacht.

    Über den Pass Chungará biegen wir hier wieder nach Osten ab. La Paz in Bolivien mit seiner ausgezeichneten Garage erwartet uns.

    Zur Galerie Chile 6